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wird zu Beginn des neuen Jahrtausends sehr verschwommen und verzerrt wahrgenommen. Vor allem wird mehr der rückwärtsgewandte Teil in den Vordergrund gerückt und die Wirkungsgeschichte  auf die negativen Aspekte verengt.
Aber auch damals ging es den meisten Romantikern nicht um gestern und vorgestern, sondern  genauso um die Zukunft, wie uns heute. Und es wurde damals auch schon Ideen für ein romantisches Leben  und eine romantische Welt gedacht.

Aber die romantische Bewegung differenzierte sich und wurde auch von der Obrigkeit eingekauft. Die Schwächen waren mannigfaltige, sie lagen in idealistischer Naivität und  in der poltischen Entwicklung. War die romantische Welle ausgelöst von der französischen Revolution, so wurde sie durch deren Verlauf ernüchtert, durch Napoleon erschüttert und durch die Restauration nach dem Wiener Kongreß auf die Bretter geschickt. Kein Wunder, daß sich viele Protagonisten ins heimelige Biedermeier flüchteten und von längst vergangenen Zeiten träumten. Damit legten sie sich mit ihren Herren nicht an, sondern konnten sogar Geld verdienen

Was können wir heute davon lernen?


Romantik und Rationalismus werden uns als totale Gegensätze dargestellt. Ob das für die erste Periode der Romantik insgesamt zutrifft, ist aber zu bezweifeln. Der Rationalismus glaubt nur an das objektiv Beweisbare, da er damit zunehmend Schwierigkeiten bekam, wurde er zum kritischen Rationalismus, der sieht etwas nur solange als wahr  an ,wie es noch nicht falsifiziert worden ist.  Und nicht falsifizierbare Aussagen können keinen Wahrheitsgehalt haben.
Der Rationalismus fühlte sich im späten 19. und im 20. Jahrhundert der Romantik weit überlegen, modern und wissenschaftlich. Gleichzeitig waren die Ergebnisse  des 20. Jahrhunderts aber zumindest zweischneidig. Es sind  die schlimmsten Verbrechen unter dem Mantel der Wissenschaftlichkeit und der  Herrschaft des Verstandes durchgeführt worden. Da man dafür aber die Verantwortung von sich wies, wurden die schlimmsten Auswüchse des Rationalismus dann zu Folgen der Romantik erklärt. Aber Kommunismus und Faschismus, Rassismus, Imperialismus und Kolonialismus haben mit Rationalismus wesentlich mehr zu tun als die Romantik. Es ist doch der so vernünftige Rationalismus gewesen, der alle Werte demontiert hat und die Nützlichkeit, das Funktionieren in den Mittelpunkt stellte: was funktioniert muß wahr sein, so könnte man diesen Vulgärrationalismus zusammenfassen.

Sicher hatte die alte Romantik viele irrationale Elemente. Sie liebte zwar die Natur, aber es gab durchaus auch starke Neigungen zum Übernatürlichen. Der Geist wurde der Materie gegenüber gestellt und man war oft bereit das Gedachte auch dem wirklich esxistierenden gleich zu stellen. Die Idee über die Wirklichkeit stellen, das verselbstständigt natürlich die Idee. Dummerweise hat man dann keinen Halt mehr. Den suchte man dann irgendwo, bei Gott, den man aber auch schlicht für sich funktionalisiert. So erkläre ich mir, daß Leute wie Schlegel oder Clemens von Brentano dann katholisch geworden sind. Andere kommen  her und erklären Gott für tot: Nietzsches Idee war auch nicht besser als der Übergang zum Katholizismus.
Dort wo die Romantik den Bezug auf Natur  und Wirklichkeit verliert, verliert sie auch ihren Weg.

Die Natur war für die Romantiker des 18./19. Jahrhunderts der Quell, aus dem alles kam und zu dem alles hin sollte. "Zurück zur Natur" klingt romantisch, betont aber zurück. Zum einen findet man bei vielen Romantikern schwärmerische Beschreibungen der Natur, zum anderen  ist es die Zeit in der die industrielle Revolution zum ersten Mal der Natur wirklich zusetzt. Die Menschen beginnen ansatzweise sich von den natürlichen Nöten zu emanzipieren, damit schaffen sie sich überhaupt erst die Basis für romantische Naturbetrachtung. Je mehr ich Angst habe vor der Natur, je mehr ich von iohr gebeutelt werde, um so weniger bin ich bereit und in der Lage sie zu romantisieren. Gleichzeitig ist die Naturwissenschaft aber auch noch nicht so weit, so gut wie alle natürlichen Phänomene erklären zu können, so daß der Natur durch ihre Unberechenbarkeit großer Respekt entgegen gebracht wird,  der kann auch leicht in Glauben an übernatürliche Phanomene umschlagen. Nichtwissen führt immer schnell zur Spekulation.

Die soziale Realität des beginnenden 19. Jahrhunderts war durch starke Veränderungen und Kämpfe gekennzeichnet, die industrielle Revolution verelendete die Massen , vertrieb sie von Haus und Hof um sie als Fabrikarbeiter in einem Maße auszunutzen, daß man nach heutigen Maßstäben nur als unmenschlich bezeichnen kann. Diese Vorgänge wurden von den Romantikern übersehen oder aus einer Perspektive der Besitzenden verklärt.
Beispielsweiseromantisierte Walter Scott  die Highlander in verschiedenen Romanen (Waverley, Rob Roy), während gleichzeitig die gaelisch sprechende keltische Bevölkerung  vertrieben und in ihrer Substanz praktisch aufgerieben wurde
Wer da nicht mitmachen wollte, wurde dann auch leicht zum feindlichen Subjekt, siehe beispielsweise Herinrich Heine.


Beginnt heute.
Es wird sehr spannend sein, wie sie sich entwickelt und ob sie die Zukunftswirksamkeit erreicht, die der ersten versagt blieb.
Ob es wirklich einen Trend zu einer neuen romantischen Periode gibt, wird sich in den nächsten 10 Jahren zeigen. Ich denke, daß vieles dafür spricht. Das Niedrige und Gewöhnliche ist inzwischen völlig abgedroschen, die Faszination des Bösen , Verruchten und Häßlichen läßt nach, weil es langweilig wird, immer die gleichen Missetaten, den üblichen Dreck und Abschaum abzubilden.
Das Gute und Edle muß allerdings zunächst Form und Sinn annehmen. Es wird nicht gehen, einfach an den alten romantischen Ideen anzuknüpfen, denn viel zu viel ist passiert seitdem. Deshalb erscheinen die alten romantischen Dichter, Denker und Künstler bestenfalls überholt und weltfremd in einer globalisierten dynamischen Welt, die angeblich keine Zeit für Romantik hat, aber doch untergründig danach giert.

Dabei stellen sich viele Fragen, öffnen sich weite Felder. Was will eine Neo-Romantik erreichen? Wie können moderne Zeiten in einer romantischen Kunstauffasung sich darstellen? Was ist denn heute ein romantisches Buch, ein neues romantisches Buch?
Wie kann eine neoromantische bildende Kunst aussehen, wie kann die Natur in der globalisierten Welt dargestellt und in eine romantische Entwiclungstendenz eingebunden werden? Ist der Ausdruck "Neoromantik" überhaut besser als der inhaltlich zugespitztere Ausdruck "Zukunftsromantik"?


Die neue Romantik, die ich als Zukunftsromantik bezeichne, ist sicher eine aufgeklärtere Romantik als die erste. Sie wird sich nicht in den Gegensatz zur menschlíchen Vernunft drängen lassen. Sie wird nicht irgendwelche übernatürlichen Phänomene herbei zaubern, dort wo sie träumt wird sie klar träumen, dort wo sie denkt, wird sie visionär aber nicht jenseitig denken. Sie wird sich an den Rahmenbedingungen materieller und insbesonderer menschlicher Existenz orientieren, sie wird heraus arbeiten, was möglich sein wird, was niemals möglich sein wird, wo unsere Grenzen sind aber viel wichtiger, wo sie nicht sind.


Die Natur hat heute einen völlig anderen Stellenwert als vor 200 Jahren. Der moderne Mensch meint die Natur zu kennen und zu beherrschen. Er täuscht sich da insgesamt, besonders  aber was seine individuelle Kompetenz der Naturbeherrschung angeht. Wenn ein moderner Mensch von der Natur  schwärmt, dann  redet er von etwas , was ihm eigentlich fremd ist.  Ein zurück zur Natur, käme schon deshalb nicht in Betracht, weil  man damit einen Großteil der gewohnten Bequemlichkeit verlieren würde.  Grüne und Naturschützer  handeln da nicht wesentlich anders  als der Rest  der Bevölkerung.

Wie soll man heute zukunftromantisch mit der Natur umgehen?

Da ist zunächst die Erkenntnis, das die Natur heute selten und bedroht ist und besonders in ihrer Ausprägung als >unberührte Natur<kaum noch vorkommt. Selbst in einem LAnd wie Australien gibt es nur noch wegen der Renitenz von Klima, Ureinwohnern und Krokodilen  so etwas wie unberührte Natur.
Die Naturliebhaber  sind absurderweise damit beschäftigt, die letzte unberührte Natur zu vernichten, indem sie genau dorthin wollen.
Jeder der will, daß es für die NAtur eine Zukunft gibt, muß sichvor allem der Frage der Verminderung der Weltbevölkerung stellen. Immer mehr Menschen heißt immer mehr Vernichtung von Natur, denn Menschen brauchen Lebensraum und haben immer höhere Ansprüche.

Für uns heute bedeutet es, weniger zu verbrauchen, weniger natürliche Ressourcen zu vernichten. Dabei kommt es darauf an, nicht schlichten Konsumverzicht zu predigen, weil man mit gut gemeinten Verzichtsaufrufen gar nichts erreicht.
Sondern man muß versuchen neue Lebensziele und Lebensinhalte zu entwickeln, die jenseits der Konsumgesellschaft liegen.
In diesem Sinne verstehe ich Albert Schweitzers Satz, daß eine Vergeistigung der Massen kommen müsse.
Was kann man sich darunter vorstellen? Aller Anfang ist schwer !


Weiterhin:
Wie können wir aber jetzt mit der Natur umgehen, ohne sie zu schädigen und zu verbrauchen?
Wir sollten Natur in unserer unmittelbaren Lebenswelt nicht nur zulassen, sondern auch fördern und geniessen. Natur ist nicht nur, wenn meilenweit keiner da ist. Wenn wir keinen Raum haben, müssen wir das kleinräumige Nautrerlebnis suchen.
Wie wir unser Leben naturnäher machen können, ohne daß es krampfig oderspinnert wird, ist auch eine interessante Aufgabe.
Ich denke, ein Garten ist die beste Annäherung an die Natur, die wir heute finden können. Und ein bißchen Garten, sollte jedem Menschen mindestens zustehen.


Dialektik ist die Lehre der Entwicklung der Dinge aus ihren inneren Gegensätzen, man könnte auch sagen aus ihren inneren Entwicklungstendenzen heraus.Die Hegelsche Dialektik wurde von Marx auf die Füße gestellt, dann aber verflacht. Deshalb ist sie so aus der Mode wie die Romantik, steht aber genauso vor ihrer Auferstehung, weil sie uns helfen wird, die Entwicklung der Zukunft romantisch voraus zu sehen

Vielleicht müßte man heute Marx wieder auf Hegelsche Beine stellen?
Wie könnte das aussehen?
Zunächst einmal muß man die Priorität des materiellen Seins anerkennen, die Ideen sind Produkte  des Gehirns also höchstentwickelter Materie. Aber ob sich die wirkliche Welt auf das materielle reduzieren läßt ist die Frage! Kriegen die Ideen nicht ihr eigenes Leben, haben die Träume nicht ihre eigene Bedeutung, wächst aus der Materie nicht der Geist heraus?